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Pflasterfläche wird mit der Wasserwaage ausgerichtet
Lexikon

Fachbegriffe, kurz erklärt.

In Angeboten und auf Baustellen fallen Begriffe, die selten jemand erklärt. Hier stehen die wichtigsten in zwei bis vier Sätzen — ohne Werbung, zum Nachschlagen.

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Kurz gesagt

Dieses Lexikon erklärt 34 Fachbegriffe aus dem Garten-, Landschafts- und Tiefbau. Die größten Missverständnisse entstehen erfahrungsgemäß bei drei Gruppen: dem Schichtaufbau unter einer Pflasterfläche (Planum, Frostschutzschicht, Tragschicht, Bettung), der Entwässerung (Drainage, Sickerleitung, Gefälle) und den Holzmaßen (Raummeter, Schüttraummeter, Festmeter).

Pflasterbau

Was unter einer befestigten Fläche liegt.

Planum Die abgezogene und verdichtete Oberfläche des gewachsenen Bodens, auf der der Aufbau einer befestigten Fläche beginnt. Das spätere Gefälle wird bereits hier angelegt, nicht erst im Belag.
Frostschutzschicht Grobes, wasserdurchlässiges Material zuunterst im Aufbau. Sie verhindert, dass Wasser in der Konstruktion gefriert und die Fläche anhebt. Bei Pkw-befahrbaren Flächen üblicherweise der dickste Teil des Aufbaus.
Tragschicht Die lastverteilende Schicht über dem Frostschutz. Sie nimmt das Gewicht auf und verteilt es auf eine größere Fläche. Wird lagenweise eingebaut und jede Lage einzeln verdichtet.
Bettung Dünne Ausgleichsschicht aus Splitt zwischen Tragschicht und Pflasterstein, meist drei bis fünf Zentimeter. Dicker eingebaut verliert der Stein seinen Halt und wandert unter Last.
Randeinfassung Die seitliche Begrenzung einer Pflasterfläche, in Beton gesetzt. Ohne sie drücken die äußeren Steine nach außen, die Fugen öffnen sich und die Fläche löst sich von den Rändern her auf.
Rückenstütze Der Betonkeil hinter der Randeinfassung. Er nimmt den seitlichen Druck auf, den jedes lenkende Fahrzeug erzeugt. Fehlt er, hält der Randstein nur bis zum ersten Einlenken.
Fugenmaterial Das eingekehrte Material zwischen den Steinen. Es ist Teil der Konstruktion: Die Steine stützen sich über die verfüllte Fuge gegenseitig ab. Nicht vollständig eingekehrt, arbeitet die Fläche und die Kanten brechen aus.
Abrütteln Das abschließende Verdichten der fertig verlegten Fläche mit einer Rüttelplatte. Erst danach sitzen die Steine endgültig und die Fläche ist belastbar.
Gebundene Bauweise Verlegung in Drainmörtel mit fest verfüllten Fugen, statt im Splittbett mit eingekehrten Fugen. Kostet 35 bis 70 Euro pro Quadratmeter mehr, hält die Fugen unkrautfrei und ist bei Großformaten und dünner Keramik sinnvoll.

Tiefbau und Erdarbeiten

Boden, Aushub und Verdichtung.

Verdichtung Das maschinelle Zusammenpressen von eingebautem Material, damit keine Hohlräume bleiben. Unverdichteter Boden setzt sich über Jahre durch Regen und Last — genau das ist eine Setzung.
Lagenweiser Einbau Verfüllmaterial wird in Schichten von üblicherweise 20 bis 30 Zentimetern eingebaut und jede Lage einzeln verdichtet. Wer eine dicke Schicht in einem Zug einbaut, verdichtet nur die obersten Zentimeter.
Bodenaustausch Das Ersetzen von nicht tragfähigem Boden durch geeignetes Material. Nötig bei stark organischem, sehr weichem oder mit Bauresten durchsetztem Untergrund. Kostet üblicherweise 70 bis 140 Euro pro Kubikmeter.
Auflockerung Ausgehobener Boden hat ein größeres Volumen als im gewachsenen Zustand, üblicherweise 15 bis 25 Prozent mehr. Das ist bei der Berechnung der Abfuhrmenge zu berücksichtigen.
Baugrundgutachten Die bodenmechanische Untersuchung eines Grundstücks. Sie ist die einzige verlässliche Auskunft über Tragfähigkeit, Bodenklasse und Grundwasserstand. Bei größeren Eingriffen sinnvoll.
Oberboden Die humushaltige oberste Bodenschicht, umgangssprachlich Mutterboden. Sie hat einen Wert und wird vor Erdarbeiten getrennt abgeschoben und zwischengelagert, nicht mit dem übrigen Aushub vermischt.

Entwässerung

Wohin das Wasser läuft.

Drainage Ein System aus Sickerleitung, Filterkies und Filtervlies, das Wasser aus dem Boden ableitet, bevor es sich an Bauteilen staut. Hilft gegen anstehendes Wasser im Boden, nicht gegen defekte Abdichtung oder aufsteigende Feuchte.
Ringdrainage Eine Drainage, die auf Höhe der Fundamentunterkante um ein Gebäude herumgeführt wird. Die aufwendigste Form, weil entsprechend tief ausgehoben werden muss: üblicherweise 80 bis 180 Euro pro laufendem Meter.
Sickerleitung Das perforierte Rohr im Kern einer Drainage. Es muss durchgehend im Gefälle liegen; ohne Gefälle ist es kein Entwässerungssystem, sondern ein unterirdischer Wasserspeicher.
Filtervlies Das Geotextil, das Filterkies und Erdreich voneinander trennt. Ohne Vlies schwemmt Feinmaterial ein und setzt die Sickerleitung innerhalb weniger Jahre zu.
Spülschacht Ein Zugang zur Sickerleitung, gesetzt an Ecken und am Tiefpunkt. Nur darüber lässt sich eine Drainage prüfen und reinigen. Fehlen die Schächte, ist die Anlage nicht wartbar.
Rigole Ein unterirdischer Speicher aus Schotter oder Kunststoffelementen, der Niederschlag zwischenpuffert und langsam versickern lässt. Üblich sind 1.500 bis 4.500 Euro je nach Volumen.
Schichtenwasser Wasser, das auf einer wasserundurchlässigen Bodenschicht steht und sich seitlich bewegt. Es ist die typische Ursache für feuchte Kellerwände an Hanggrundstücken und der Fall, in dem eine Ringdrainage tatsächlich hilft.
Staunässe Dauerhaft im Wurzelbereich stehendes Wasser, meist über bindigem Boden. Erkennbar an vermoosten oder gelben Stellen im Rasen und an Pfützen, die nach Regen stundenlang bleiben.
Gefälle Die Neigung einer Fläche, damit Wasser abläuft. Üblich sind etwa zwei Prozent, also zwei Zentimeter auf einen Meter. Entscheidend ist die Richtung: immer vom Gebäude weg und nie in eine Senke ohne Ablauf.
Fehlt im Angebot die Randeinfassung, ist es nicht günstiger. Es ist unvollständig.
STN Bauunternehmung

Garten und Hangsicherung

Flächen, Rasen und Höhen.

Rollrasen Vorgezogener Fertigrasen in Bahnen, auf einer dünnen Erdschicht geliefert. Komplett mit Bodenvorbereitung üblicherweise 18 bis 35 Euro pro Quadratmeter, belastbar nach wenigen Wochen statt nach Monaten.
Feinplanum Die letzte, sauber abgezogene Bodenoberfläche vor dem Verlegen von Rollrasen oder dem Ansäen. Es entscheidet über die Ebenheit der fertigen Fläche und über die Höhenlage zu Terrasse, Wegen und Schächten.
Terrassierung Die Gliederung eines Hangs in mehrere waagerechte Ebenen statt einer einzigen hohen Stützmauer. Statisch unkritischer, oft günstiger und macht den Garten tatsächlich nutzbar.
Winkelstützelement Ein vorgefertigtes L-förmiges Betonbauteil zur Hangsicherung. Das Erdreich auf dem waagerechten Schenkel hält die Wand; die Standsicherheit kommt also aus dem Gewicht der Hinterfüllung.
Gabione Ein mit Steinen gefüllter Drahtkorb. Dient gleichzeitig als Hangsicherung sowie Sicht- und Lärmschutz. Braucht dasselbe Fundament, dieselbe Hinterfüllung und dieselbe Entwässerung wie jede andere Stützmauer.
Frostfreie Gründung Ein Fundament, das tief genug liegt, um nicht vom Bodenfrost angehoben zu werden. Ohne sie hebt der erste Winter Mauern, Pfosten und Treppen aus der Flucht.

Brennholz

Maße und Trockenheit.

Raummeter Auch Ster: ein Kubikmeter geschichtetes Scheitholz, also ein Stapel von einem Meter Höhe, Breite und Tiefe. Entspricht wegen der Zwischenräume etwa 0,7 Festmetern massiven Holzes.
Schüttraummeter Ein Kubikmeter lose geschüttetes Scheitholz. Entspricht etwa 0,4 Festmetern und damit rund 0,7 Raummetern. Ein Preis je Schüttraummeter klingt niedriger als derselbe Preis je Raummeter, enthält aber weniger Holz.
Festmeter Ein Kubikmeter massives Holz ohne jeden Zwischenraum. Die Bezugsgröße, auf die Raummeter und Schüttraummeter umgerechnet werden.
Restfeuchte Der Wassergehalt im Brennholz. Die Erste Bundes-Immissionsschutzverordnung erlaubt das Verfeuern von Scheitholz nur unter 25 Prozent; ofenfertige Ware liegt üblicherweise unter 20 Prozent.

Wofür das gut ist

Wer ein Angebot vergleicht, vergleicht Positionen — und die heißen nun einmal so. Fehlt in einem Angebot die Randeinfassung oder die Frostschutzschicht, ist es nicht günstiger, sondern unvollständig. Die Begriffe oben sind genau die, an denen sich das erkennen lässt.

Konkrete Preisspannen zu den einzelnen Leistungen stehen unter Preise und Kosten, die technischen Hintergründe jeweils auf der passenden Leistungsseite.

Häufige Fragen

Ein Raummeter ist ein Kubikmeter geschichtetes Holz, ein Schüttraummeter ein Kubikmeter lose geschüttetes. Ein Raummeter entspricht etwa 1,4 Schüttraummetern — im Schüttraummeter steckt also weniger Holz. Beim Preisvergleich immer nachfragen, auf welches Maß sich eine Angabe bezieht.

Bei Pkw-befahrbaren Flächen liegt der Gesamtaufbau üblicherweise zwischen 40 und 60 Zentimetern, bei nur begehbaren Flächen zwischen 25 und 35. Die tatsächliche Dicke hängt vom Untergrund und von der Entwässerung ab.

Weil dabei nur die obersten Zentimeter verdichtet werden. Darunter bleiben Hohlräume, die sich über Jahre durch Regen und Last schließen — das ist die Setzung, die später als abgesackte Fläche sichtbar wird.

Nein. Eine Drainage hilft gegen Wasser, das im Boden ansteht. Gegen eine defekte Abdichtung, aufsteigende Feuchte im Mauerwerk oder Kondensat an kalten Wänden hilft sie nicht. Deshalb gehört die Ursache geklärt, bevor gegraben wird.

Gespalten, auf die bestellte Scheitlänge geschnitten und so weit getrocknet, dass das Holz direkt verfeuert werden kann — üblicherweise unter 20 Prozent Restfeuchte. Es muss weder nachgespalten noch nachgelagert werden.

Nächster Schritt

Begriff aus einem Angebot unklar?

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