
Nur selten den, den man ihm zugedacht hat. Drainage, Rinnen und Versickerung sorgen dafür, dass Gebäude und Flächen trocken bleiben.
Eine Drainage leitet Wasser aus dem Boden ab, bevor es sich an Bauteilen staut. Üblich sind die Ringdrainage um das Gebäude und die Flächendrainage im Garten. Beide bestehen aus einer Sickerleitung im Gefälle, einer Filterschicht aus Kies und einem Filtervlies, dazu Spülschächte zur Wartung und ein Anschluss an Kanal, Rigole oder Vorfluter.
Entwässerungsprobleme melden sich selten plötzlich. Meist gibt es Anzeichen, die über Monate übersehen werden:
Nicht jedes dieser Zeichen bedeutet, dass eine Drainage fehlt. Manchmal ist es nur ein falsch geführtes Fallrohr, ein verstopfter Ablauf oder ein Gefälle, das zum Haus hin statt vom Haus weg zeigt. Deshalb schauen wir uns zuerst an, wo das Wasser herkommt, bevor über einen Graben gesprochen wird.
Die Ringdrainage läuft um das Gebäude herum, auf Höhe der Fundamentunterkante, und fängt Schichtenwasser ab, bevor es an der Kellerwand ansteht. Sie ist die aufwendigste Form der Entwässerung, weil dafür bis auf diese Tiefe ausgehoben werden muss.
Der Aufbau ist immer derselbe: Sickerrohr im Gefälle, allseitig umhüllt von gewaschenem Filterkies, das Ganze in Filtervlies eingeschlagen, damit kein Feinmaterial einschwemmt und die Leitung zusetzt. An den Ecken kommen Spülschächte, über die sich die Leitung später kontrollieren und reinigen lässt.

Wo sich Algen und Moos auf einer Fläche halten, bleibt Wasser zu lange stehen. Reinigen hilft für eine Saison, danach ist es wieder da.
Die eigentliche Frage ist, warum das Wasser nicht abläuft: zu wenig Gefälle, ein fehlender Ablauf, ein verstopfter Einlauf oder ein Untergrund, der nichts aufnimmt.
Im Garten geht es seltener um Schichtenwasser und häufiger darum, Niederschlag von befestigten Flächen wegzubekommen und Staunässe im Boden zu vermeiden.
Ob versickert werden darf und in welcher Form, ist örtlich geregelt und hängt am Untergrund. In den lehmigen Hanglagen des Remstals funktioniert Versickerung oft schlechter als man hofft. Das klären wir vor der Planung, nicht hinterher.
Eine Sickerleitung ohne Gefälle ist kein Entwässerungssystem. Sie ist ein Speicher.
Eine Sickerleitung ohne durchgehendes Gefälle ist kein Entwässerungssystem, sondern ein unterirdischer Wasserspeicher. Übliche Praxis ist ein gleichmäßiges Mindestgefälle über die gesamte Länge bis zum Übergabepunkt, ohne Gegengefälle und ohne Senken.
Genauso wichtig sind die Zugänge: Ohne Spülschächte an den Ecken und am Tiefpunkt lässt sich eine Leitung weder prüfen noch reinigen. Wir setzen sie grundsätzlich, auch wenn sie im Angebot zunächst wie ein verzichtbarer Posten wirken.
Nur dann, wenn die Feuchtigkeit von anstehendem Wasser im Boden kommt. Liegt die Ursache in einer defekten Abdichtung, aufsteigender Feuchte oder Kondensat, ändert eine Drainage nichts. Deshalb klären wir zuerst die Ursache. Wird die Wand ohnehin freigelegt, prüfen wir Abdichtung und Dämmung gleich mit.
Bei sauber eingebautem Filterkies und Vlies sind Jahrzehnte möglich. Was die Lebensdauer verkürzt, ist eingeschwemmtes Feinmaterial, Wurzeleinwuchs und fehlende Wartung. Eine gelegentliche Spülung über die Schächte verlängert sie erheblich.
Eine Kontrolle und bei Bedarf eine Spülung über die Schächte ist sinnvoll, vor allem nach den ersten Jahren und bei starkem Baumbestand in der Nähe. Deshalb gehören Spülschächte zum Standardaufbau.
Das ist örtlich geregelt und hängt von Untergrund, Grundwasserstand und Abstand zu Gebäuden und Grenzen ab. Wir klären vor der Ausführung, was an Ihrem Standort zulässig ist, und holen bei Bedarf Auskunft bei der Gemeinde ein.
Nicht pauschal. Viele Kommunen lassen dauerhaft anfallendes Drainagewasser im Schmutzwasserkanal nicht zu, und auch beim Regenwasserkanal gibt es Vorgaben. Was bei Ihnen gilt, klären wir mit der Gemeinde, bevor der Anschluss geplant wird.
Das ist sogar der sinnvollste Zeitpunkt. Solange die Fläche ohnehin offen ist, kostet die Entwässerung einen Bruchteil dessen, was ein späteres Nachrüsten bedeuten würde.
Beschreiben Sie, wo und wann das Wasser auftritt, am besten mit Foto. Oft lässt sich schon daraus sagen, ob es ein Gefälle- oder ein Drainageproblem ist.